Unfälle können viele Ursachen haben. Wir wollten den Faktor Mensch in den Mittelpunkt rücken! Das Kommunikationskonzept setzte darauf, die durch Zeitdruck, Hektik, Unachtsamkeit, Selbstüberschätzung, Müdigkeit oder Routine verursachte „Kopflosigkeit“ und ihre Folgen darzustellen. Texte und Bilder der Kampagnenmotive verwiesen auf die zentrale Aussage der Kampagne: Wer mit dem Kopf nicht bei der Sache ist, gefährdet sich und andere!
Mit der zweijährigen Präventionskampagne „Risiko raus!“ wurden diese Hauptunfallursachen in den Blickpunkt gerückt und so ein Beitrag zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr sowie beim innerbetrieblichen Transport und Verkehr geleistet. Mit vielfältigen, modernen Elementen der Kommunikation haben wir das Bewusstsein für die Risiken beim Fahren und Transportieren geschärft und das Verantwortungsgefühl der Menschen für sich selbst und für andere gestärkt.
Das Fach- und Kommunikationskonzept zur Kampagne können Sie hier herunterladen.
Wer ist Absender und wer Unterstützer der Kampagne?
"Risiko raus!" war eine gemeinsame, bundesweite Kampagne der gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaften, Unfallkassen und Landwirtschaftliche Sozialversicherung).
Die Kampagne richtete sich mit Aktionen und Materialien in erster Linie an Unternehmen und ihre Beschäftigten sowie an Schülerinnen und Schüler, deren Eltern und Lehrer. Außerdem wurden alle Akteure des Arbeitsschutzes, also Arbeitgeber und beispielsweise auch Sicherheitsfachkräfte und Betriebsärzte angesprochen. Sie sind wichtige Multiplikatoren für die Botschaften der Kampagne. Darüber hinaus hat sie sich auch an andere Verantwortliche wie z.B. Fuhrparkleiter und Einkäufer von betrieblich genutzten Fahrzeugen gewendet.
Zahlen und Fakten
Die Hintergründe der Kampagne
Arbeitsunfälle beim innerbetrieblichen Transport und Verkehr sowie Arbeits-, Wege- und Schulunfälle im Straßenverkehr verursachen großes menschliches Leid und haben gravierende wirtschaftliche und soziale Folgen.
Im Jahr 2008 erfassten die Unfallversicherungsträger (gewerbliche Berufsgenossenschaften und Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand) 227.539 Arbeitsunfälle beim innerbetrieblichen Transport und Verkehr, 134.086 Arbeits- und Wegeunfälle sowie 59.823 Schülerunfälle im öffentlichen Straßenverkehr. Rund die Hälfte aller Arbeits- und Wegeunfälle ereignete sich bei der Nutzung des Pkws und fast die Hälfte aller Schülerunfälle geschah mit dem Fahrrad. Bei diesen Unfällen wurden allein 2008 mehr als 500 Menschen getötet.
Zur Unfallentwicklung im Straßenverkehr in 2009 ist 2010 der Bericht des Statistischen Bundesamtes erschienen. Zum Unfallgeschehen auf deutschen Straßen 2009: Statistisch betrachtet ereignete sich alle 14 Sekunden ein Unfall auf deutschen Straßen. Jede Stunde wurden 45 Personen bei Verkehrsunfällen verletzt. Täglich verloren 11 Menschen ihr Leben im Straßenverkehr. Das ist trotz der positiven Entwicklung im Unfallgeschehen seit vielen Jahren die traurige Bilanz des Jahres 2009. Mehr dazu lesen Sie in dem Bericht "Verkehrsunfälle - Unfallentwicklung im Straßenverkehr".
Mehr Sicherheit beim Fahren und Transportieren
Fast 230.000 Arbeitsunfälle beim innerbetrieblichen Transport und Verkehr, 23.000 Arbeits- und Dienstwegeunfälle und 175.000 Wege- und Schulwegunfälle im Straßenverkehr mit insgesamt über 500 Toten pro Jahr waren für die Berufsgenossenschaften, Unfallkassen und die landwirtschaftliche Sozialversicherung Anlass, die Präventionskampagne „Risiko raus!“ durchzuführen.
„Risiko raus!“ wollte zu sicherem Fahren und Transportieren motivieren – im öffentlichen Straßenverkehr und beim innerbetrieblichen Transport und Verkehr. Ziel war, das Unfallrisiko durch verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen zu verringern. Die Verantwortung der Menschen für sich selbst und für andere sollte gestärkt und die Verantwortlichen in den Betrieben sollten für die Themen der Kampagne sensibilisiert werden.
Die Ziele im Einzelnen lauteten:
die Ladungssicherung verbessern
die Sicherheit von Radfahrern verbessern, insbesondere von Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 16 Jahren
die Sicherheit beim innerbetrieblichen Transport erhöhen
Anzahl und Qualität der Gefährdungsbeurteilungen zur Verkehrssicherheit erhöhen